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Wenn sich die falschen Blutzellen vermehren: Leukämie bei Kindern
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Wenn sich die falschen Blutzellen vermehren: Leukämie bei Kindern
Prof. Dr. Martin Schrappe und Dr. Alexander Claviez

Die akute Leukämie ist die häufigste bösartige Erkrankung im Kindesalter. Die Krankheit tritt meist ganz plötzlich auf und führt unbehandelt fast immer zum Tode. Die Krankheit nimmt ihren Ursprung im Knochenmark und breitet sich anschließend im ganzen Körper aus. Im Mittelpunkt steht meist die Vermehrung unreifer weißer Blutzellen; das sind die Leukämiezellen oder Blasten. Die Blasten verdrängen die normalen Blutzellen (weiße, rote Blutkörperchen, Plättchen) an der Produktionsstätte im Knochenmark. Außerdem siedeln die Blasten sich auch in den Organen ab; schließlich gelangen sie über die Blutbahn überall hin. Die Ausbreitung im Knochenmark ist der Gruund dafür, dass die Blutbildung schließlich versagt. Erst dann wird die Krankheit meist festgestellt.

Verschiedene Medikamente (Zellgifte) können die Vermehrung der Leukämiezellen stoppen und die vorhandenen Zellen vernichten. Das funktioniert vor allem deshalb so gut, weil die Leukämiezellen gleich an mehreren Punkten (in Kombination) angegriffen werden. Trotzdem gelingt es manchmal nicht, alle Zellen zu beseitigen und es kann zum Rückfall kommen. Die erneute Behandlung wird oft noch erfolgreich sein, in vielen Fällen dank einer Knochenmarktransplantation. Dabei werden sogenannte Blutstammzellen (das sind die Zellen, aus denen alle gesunden Blutzellen entstehen) entweder mit Spritzen aus dem Knochenmark eines gesunden Spenders oder mit einer speziellen Pumpe aus dem Blutstrom entnommen und wie bei einer Bluttransfusion dem Patienten übertragen. Allerdings muß der Körper des Patienten mit Medikamenten, manchmal auch mit Bestrahlung vorbereitet werden, damit die neuen Zellen überhaupt anwachsen können. Die übertragenen Zellen vermehren sich,  übernehmen die Blutbildung im Patienten und kontrollieren auch die eventuell verbliebenen Leukämiezellen.

Die Forschung versucht zu klären, warum es überhaupt zum Ausbruch der Erkrankung kommt. Im Mittelpunkt steht aber die Frage, wie man die Behandlung so gestalten kann, dass einerseits alle Kinder dauerhaft geheilt werden, andererseits die oft ganz unangenehmen Nebenwirkungen der Behandlung abgemildert werden können.

Prof. Dr. med. M. Schrappe
Leiter, Klinik für Allgemeine Pädiatrie
Univ.-Klinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
Schwanenweg 20
24105 Kiel
Tel.: 0431 - 597  -1620
E-mail: m.schrappe@pediatrics.uni-kiel.de

 

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Im Hörsaal der Chirurgischen Kliniken
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