Dr. J. D. Moritz, Leiter der Abteilung für pädiatrische Radiologie und Sonographie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
In den letzten 20 Jahren hat die Radiologie, oder besser gesagt die Bildgebung, eine so enorme und faszinierende Weiterentwicklung erfahren wie kaum ein anderes Fach in der Medizin. Dies fängt schon beim ganz normalen Röntgen an. Dafür werden heute nur noch selten Röntgenfilme verwendet. Stattdessen ist in den Filmkassetten eine Speicherfolie, die das Röntgenbild wie auf einer CD digital speichert. Diese Speicherfolien werden an speziellen Geräten ausgelesen und anschließend kann das Bild in einem Fernsehen angesehen werden. Der Vorteil dieses Verfahren ist, das ein schlecht belichtetes Bild (beim Fotoapparat ein zu helles oder zu dunkles Bild) nachverarbeitet werden kann, um daraus trotzdem noch ein schönes Bild zu berechnen. Es muss nicht ein weiteres Röntgenbild gemacht werden.
Mit den neuen Ultraschallgeräten lassen sich viele winzig kleine Strukturen darstellen, z.B. eine Stecknadel zwar nicht im Heuhaufen aber in der Haut. Wird ein sehr großes Objekt untersucht, z.B. ein großer Tumor, lässt sich ein Panoramabild durch Aneinanderhängen vieler einzelner Ultraschallbilder herstellen. Beim Ultraschall werden im weitesten Sinne auch Töne ausgesendet und diese Töne haben wie ein Musikinstrument Obertöne, also höhere Töne über dem Grundton. Durch Messung dieser Obertöne können Bilder mit höherer Auflösung, also mit kleineren Strukturen, und mit besserem Kontrast aufgenommen werden. Durch ein anderes Verfahren kann der Blutfluss in den Farben Rot und Blau oder Orange dargestellt werden und so die Gefäße deutlich sichtbar gemacht werden. Mit dem Ultraschall können Krankheiten an den Organen (z.B. Krebs oder eine angeborene Fehlbildung), am Darm (z.B. eine Blinddarmentzündung) oder am Knochen (z.B. ein Knochenbruch) erkannt werden.
Bei der Kernspintomographie fährt der Patient in einen großen, sehr starken Magneten hinein. Der Magnet wird mit sehr kaltem, dann schön flüssigem Gas (Helium) gekühlt. Der Magnet bringt viele Atomkerne zu einer Drehbewegung ähnlich wie bei einem Kinderkreisel. Dadurch können Schnittbilder vom Patienten aufgezeichnet werden, so als ob der Patient in Scheiben geschnitten wird. Mit diesem Verfahren können alle Organe, auch das Gehirn, und die Knochen untersucht werden und darüber Krankheiten sehr sicher erkannt werden. Mit bestimmten Messtechniken können in kurzer Zeit (wenige Sekunden) viele Bilder aufgenommen werden. Dies ermöglicht eine Untersuchung des Herzens, das ja sehr schnell schlägt, sich also zusammenzieht und wieder ausdehnt wie eine Pumpe. Wenn man sich diese Bilder ganz schnell hintereinander ansieht, erhält man einen Film, der die Herzaktionen zeigt. Auch mit der Kernspintomographie lässt sich der Blutfluss sichtbar machen. Man kann damit nicht nur die Richtung des Blutflusses, sondern auch die Geschwindigkeit des Blutflusses messen. Bei einer praktischen Demonstration werden wir mit dem Ultraschall eine Reise in den Bauch unternehmen und die verschiedenen Organe im Bauch, den Darm aber auch den Blutfluss in den Gefäßen sehen.





