Die Blutarmut (Anämie) geht in der Regel mit Blässe, Müdigkeit und eingeschränkter Leistungsfähigkeit einher. Eine Anämie liegt dann vor, wenn der rote Blutfarbstoff (Hämoglobin) vermindert ist. Das Hämoglobin ist Bestandteil der roten Blutkörperchen (Erythrozyten), welche im Knochenmark gebildet werden. Die Funktion der roten Blutkörperchen ist der Sauerstofftransport, welcher mit Hilfe des Hämoglobins erfolgt. Insbesondere die häufigsten Formen der Anämie, ihre Klinik und ihre Therapie sollen anhand eines Posters vorgestellt werden. Zur Veranschaulichung können interessierte Kinder/ Erwachsene unter Anleitung eigenständig Blutausstriche unter dem Mikroskop betrachten.
2. Wie man einen Katheter im Herzen an die richtige Stelle bewegt, ohne dabei Röntgenstrahlen anwenden zu müssen.
In jüngster Zeit sind verschiedene Verfahren entwickelt worden, mit denen sich Katheter im Herzen steuern und positionieren lassen, ohne das dabei wie sonst üblich Röntgenstrahlen zur Durchleuchtung angewandt werden müssen. An einem Modell wird anschaulich demonstriert, wie sich die Katheterlage durch elektrische Signale (LocaLisa System) oder unter Ultraschallkontrolle (Intrakardialer Ultraschall) bewegen lässt. Dadurch kann die Strahlenbelastung für die jungen Patienten erheblich verringert werden.
3. Schirmchen-Verschluss von Herzscheidewanddefekten mittels Herzkatheter: Wie wird es gemacht und wie verträgt sich das Schirmchen mit dem Herzen?
Ein "Loch im Herzen" (Herzscheidewanddefekt) kann heute oft durch Herzkatheter-techniken und somit mit geringerer Belastung des kindlichen Patienten im Vergleich zu einer Herz-Lungen-Maschinenoperation verschlossen werden. Anhand einer Videodemonstration wird das Einsetzen eines Verschluss-Schirmes per Herzkatheter vorgeführt. Ergebnisse aus unserem Forschungslabor erlauben einen Blick durch das Mikroskop und zeigen, dass sich das implantierte Schirmchen auch langfristig gut mit dem Herzgewebe verträgt.
4. Wenn ein Kind den Mutterleib zu früh verlässt: Wie funktioniert eigentlich ein Inkubator?
Das Frühgeborene kann seine Körpertemperatur noch nicht ausreichend selbst regulieren und verfügt nur über geringe Energiereserven. Ein Inkubator schirmt das Frühgeborene gegenüber der Umgebung ab und sorgt für eine geeignete Wärme, Luftfeuchtigkeit und Sauerstoffzufuhr des Kindes. Wir zeigen, wie dieses "erste Kinderzimmer" funktioniert.
5. Mit der Fieberoptik durch die Atemwege (Bronchoskopie).
Die Lungenspiegelung (Bronchoskopie) erlaubt über eine dünne, flexible Optik die Innenseite der Luftröhre und der Bronchien anzusehen. Dabei können zum einen Erkrankungen der Atemwege diagnostiziert werden. Zum anderen können aber auch therapeutische Maßnahmen wie das Freispülen verschlossener Atemwege oder die gezielte lokale Anwendung von Medikamenten vorgenommen werden. Schließlich lassen sich auf diese Weise Eingriffe wie das Einbringen von Bronchusstützen (Stents) zum Offenhalten von kollabierenden Atemwegen überwachen.
6. Arzneimittelsicherheit im Kindesalter.
Viele der in der Kinderheilkunde, insbesondere auch in der pädiatrischen Intensivmedizin angewandte Medikamente sind in Studien nur an Erwachsenen getestet und formal nicht für das Kindesalter zugelassen. In Ermangelung von Alternativen, d.h. von speziell für das Kinderalter erprobten Medikamenten, Dosierungen und Darreichungsformen müssen diese Wirkstoffe jedoch auch in der pädiatrischen Therapie eingesetzt werden. Wir wollen mit einem Poster auf diese Situation aufmerksam machen und den wissenschaftlichen Beitrag aufzeigen, der an unserer Abteilung zur Verbesserung der Arzneimittelsicherheit im Kindesalter geleistet wird.
7. Gen-Defekte: Wie man sie findet und was für Krankheiten diese hervorrufen können.
Durch das internationale Humangenomprojekt wurde vor einigen Jahren das Erbgut des Menschen nahezu vollständig entschlüsselt. In der DNA unserer Chromosomen und Mitochondrien liegen etwa 25.000 Gene versteckt. Die Entwicklung von neuen Methoden und Technologien hat dazu geführt, dass wir heute einzelne Gene "fischen" und im Detail untersuchen können. Im Rahmen des Göttinger Schwerpunktes "Neurowissenschaften" ist die Aufklärung der genetischen Grundlagen bei neurologischen Erkrankungen des Kindes- und Jugendalters seit vielen Jahren Gegenstand intensiver Forschung. 90% aller genetisch bedingten Erkrankungen treten bis zur Pubertät auf. Hierbei sind vor allem Gene betroffen, die für den Aufbau, die Struktur und "Reifung" von Organ- und Zellbestandteilen des Gehirns, Rückenmarks, der Nerven und Muskeln betroffen sind. Durch eine frühzeitige Aufklärung der Krankheit kann rasch der weitere Verlauf prognostiziert und über Therapiemöglichkeiten entschieden werden. Darüber hinaus kann betroffenen Familien eine genetische Beratung und Pränataldiagnostik angeboten werden. Für die Genanalysen werden moderne Verfahren der DNA-Isolierung, der Vervielfältigung von Genabschnitten (Polymerase-Ketten-Reaktion, PCR) und der Sequenzierung (Bestimmung der Abfolge der genetischen Buchstaben) angewendet. Anhand von Beispielen wird gezeigt, wie man von einer Blutprobe oder Speichelprobe zur Identifizierung des genetischen Defektes kommt und wie der Gendefekt eine Erkrankung auslösen kann.
8. Möglichkeiten der Darstellung des kindlichen Gehirns in vivo.
Die in den letzten Jahrzehnten entwickelten Möglichkeiten der Darstellung des kindlichen Gehirns in vivo mittels Schnittbildverfahren wie Computertomographie (CT), Kernspintomographie (Magnetresonanztomographie, MRT) und lokalisierter Protonenspektroskopie (Magnetresonanzspektroskopie, MRS) haben den Prozess der Diagnosestellung von kindlichen Krankheiten des Gehirns entscheidend beeinflusst. Hierdurch ist heute in der Regel eine frühzeitige und zuverlässige Erkennung von Veränderungen möglich. Tumoren, Fehlbildungen, Verletzungen und Erkrankungen der Gefäße sowie Folgen entzündlicher und stoffwechselbedingter Erkrankungen können auf diese Weise sichtbar gemacht werden. Darüber hinaus können durch diese Darstellungen des Gehirns auch neue, bislang nicht erkannte Krankheiten beschrieben werden.
Ziel ist es, diese Verfahren vorzustellen und somit einen Einblick in den Aufbau, die Funktion und mögliche krankhafte Veränderungen dieses faszinierenden Organs zu ermöglichen. Anhand ausgewählter Beispiele werden die in der Bildgebung des kindlichen Gehirns nachweisbaren Veränderungen für bekannte Krankheiten wie multiple Sklerose (entzündliche Veränderungen), X-Chromosomale Adrenoleukodystrophie (Erkrankung der weißen Hirnsubstanz), Medulloblastom (ein häufiger Tumor im Kindesalter), Angiom (Gefäßfehlbildung) sowie Verletzungen nach Kindesmisshandlung (Schädelhirntraumen) gezeigt.





