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10.00 Uhr bis ca. 14.00 Uhr: Vorträge zu Essstörungen      _ Zur nächsten Veranstaltung
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Mehrere Vorträge zum Thema: Essstörungen aus verschiedenen Perspektiven
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10:00 Uhr Begrüßung
Prof. Dr. W. Kienast, Prof. Dr. F. Häßler
Universität Rostock, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Klinik für Kinder- und Jugendneuropsychiatrie

10:15 Uhr
Diagnostik, Klinik und Therapie - ein Überblick

Prof. Dr. F. Häßler, Universität Rostock, Klinik für Kinder- und Jugendneuropsychiatrie

10:35 Uhr
Präventives Mehrstufenprogramm und Effizienz der Multifamilientherapie im tagesklinischen Setting

Prof. Dr. M. Scholz, Technische Universität Dresden, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie

10:55 Uhr
Konzepte und Effizienz der tagesklinischen Behandlung in Rostock

Dr. Chr. Göhre, Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der GGP im ASB gGmbH in Kooperation mit der Klinik für Kinder- und Jugendneuropsychiatrie der Universität Rostock

11:15 Uhr
Körperbezogene Therapien bei Essstörungen

U. Sommer-Albrecht, Universität Rostock, Klinik für Kinder- und Jugendneuropsychiatrie

11:35 Uhr
Risikofaktor Übergewicht - Warum Forschung bei adipösen Kindern

Dr. A. A. Meyer, Universität Rostock, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin

11:55 Uhr
Zur Assoziation von körperlicher Aktivität und physischer Leistungsfähigkeit - Rostocker Kinder auf dem Prüfstand

Prof. Dr. V. Zschorlich, Dr. H. Preuß, Universität Rostock, Institut für Sportwissenschaft

12:15 bis 12:45 Uhr
Pause

12:45 Uhr
Nina macht Mut - Adipositastraining mit Kindern und Jugendlichen

Dipl.-Psych. A. Hierundar, Universität Rostock, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin

13:05 Uhr
Der Einfluss von Carnitin auf die Körperzusammensetzung und Fettverbrennung bei Adipositas

Dr. B. Zimmermann, Prof. Dr. K.-D. Wutzke, Universität Rostock, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin

13:25 Uhr
Lassen sich Diabetes und Gefäßerkrankungen bei Adipösen vermeiden - erste Ergebnisse einer zweijährigen Interventionsstudie

Prof. Dr. W. Kienast, Dr. A. A. Meyer, Universität Rostock, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin

13:45 Uhr Podiumsdiskussion

Diagnostik, Klinik und Therapie - ein Überblick
Macht der irre Schlankheitswahn eines aberwitzigen Schönheitsideals krank?
Essstörungen gehören zu den wenigen kinder- und jugendpsychiatrischen Erkrankungen, die nach der politischen Wende 1989 an Häufigkeit zugenommen haben. Etwa 1 - 3 % der weiblichen Jugendlichen erkranken an Magersucht (Anorexia nervosa) oder Fress-/Brechsucht  (Bulimia nervosa). Ein Großteil der eher pubertären magersüchtigen  Mädchen entwickelt im späten Jugendalter eine Bulimie. Bei Jungen, die im Vergleich zu Mädchen dreimal so selten betroffen sind, werden diese Störungen sowohl familiär als auch im sozialen Umfeld eher toleriert. In den letzten 10 Jahren haben sich das Verständnis der Ursachen und der aufrechterhaltenden Bedingungen sowie die Therapie der Essstörungen gewandelt. So scheinen neben soziokulturellen auch genetisch geprägte Temperamentsfaktoren sowie biologische Faktoren wie eine Verwundbarkeit des serotoneren Botenstoffsystems, ursächlich bedeutsam. Die Therapie der Essstörungen erfolgt multimodal und stützt sich auf die drei Säulen somatische Rehabilitation und Ernährungstherapie, individuelle psychotherapeutische Behandlung sowie Einbeziehung der Familie.

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Präventives Mehrstufenprogramm und Effizienz der Multifamilientherapie im tagesklinischen Setting
Anorexie und Bulimie im Kindes- und Jugendalter - Prävention, Diagnostik und Therapie
Bei einer Mortalität von 10-18 % wird nach wie vor besonders die Magersucht bei Kindern und Jugendlichen von der Familie, von Freunden, von den Lehrern und zum Teil auch von Ärzten nicht als folgenschwere Krankheit angesehen. Bei einer hohen Rückfallquote und einer starken Chronifizierungsneigung kann bei nicht rechtzeitiger und kompetenter Behandlung die Lebensqualität auch bei späterem hohen Behandlungsaufwand oft über Jahrzehnte beeinträchtigt werden. Eine Primärprävention kann derzeit wegen der Besonderheiten des Verlaufs der Anorexie und Bulimie kaum wirksam werden. Dagegen sind die sekundäre Prävention und eine frühzeitige, kompetente Behandlung unter Einbeziehung der Familie im Kindes- und Jugendalter das Mittel der Wahl.
Es werden die Möglichkeiten der Früherkennung, der Differentialdiagnostik und die Frühbehandlung der Anorexie und Bulimie durch den Pädiater und Praktiker dargestellt. Mit den Grenzen dieser therapeutischen Interventionen wird auch über die Kriterien für eine notwendige Überweisung an den Kinder- und Jugendpsychiater berichtet. Gleichzeitig wird über ein spezielles multifamilientherapeutisches Verfahren informiert, das sich gegenüber klassischen Techniken bei Kindern und Jugendlichen als sehr erfolgreich herausgestellt hat.
Auf die Gefahren einer Rehabilitation oder einer Delegation an Selbsthilfegruppen zu einem Zeitpunkt, zu dem eine intensive, langfristige Therapie erfolgen muss, wird verwiesen.

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Konzepte und Effizienz der tagesklinischen Behandlung in Rostock
Für die jeweilige Behandlungsform von Essstörungen gibt es heutzutage definierte Indikationen. In der Tagesklinik werden Patienten mit  leicht, bis mittelgradig ausgeprägten Essstörungen therapiert. Dabei lehnt sich unser multimodales Therapiekonzept an das der stationären Therapien an (drei Therapiesäulen - somatische Rehabilitation und Ernährungstherapie, individuelle Einzel-, Gruppenpsychotherapie, Familieninterventionen). Wichtig ist die Parallelbehandlung von komorbiden Störungen, wie Ängsten, Depressionen oder Zwangsstörungen.
In der Tagesklinik werden keine reinen Essstörungsgruppen angeboten, sondern die Behandlung in das allgemeine Therapieangebot integriert. Durch die Behandlung in einer jugendspezifischen Gruppe entwickelt sich ein intensiver Gruppenprozess, der im Gesamtverlauf als hilfreich durch die Patienten reflektiert wird. Durch die enge Verflechtung zwischen Therapie und Alltag können wir soziale und familiäre Gegebenheiten sehr eng in unsere Behandlung mit einbeziehen. Andererseits erfordert der tägliche Wechsel zwischen Klinik und der Häuslichkeit auch Selbständigkeit und Autonomie. Durch die Kombination aus intensiver, mittel- bis langfristiger Psychotherapie und der täglichen Realitätsprüfung, ergibt sich ein großes therapeutisches Potential, wodurch gute bis sehr gute Behandlungsergebnisse erzielt werden.
Kinder und Jugendliche mit schweren Essstörungen waren bisher mit unserem Setting überfordert und wurden mit dem Ziel der Motivation für eine stationäre Therapie aufgenommen. Die Behandlung von schwer ausgeprägten Essstörungen erfordert einen familientagesklinischen Ansatz mit der Implementierung der Multifamilientherapie, welche bei uns erst in der Vorbereitungsphase ist.     
Die tagesklinische Behandlung von essgestörten Kindern und Jugendlichen sollte ein integraler Bestandteil im Gesamtversorgungsnetzwerk dieser Klientel sein.

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Körperbezogene Therapien bei Essstörungen
Manchmal wächst sich die Distanz zwischen "Ich" und "Körper" zu einer offenen Feindschaft aus - in gewisser Hinsicht sind sie Grundlage unserer zivilisierten Kultur.
"Körperkontakt" -   darunter verstehen viele Menschen die Berührung anderer
"Körperpflege" -   wird oft nur als hygienische Maßnahme angesehen
"Körperwahrnehmung" -  geschieht bei vielen Menschen erst, wenn Schmerzen zu spüren sind
"Körperentspannung" -  ist in unserer zivilisierten Gesellschaft für viele nur ein Fremdwort oder nur Wunschtraum
"Körperbewegung" -  hat für die meisten Menschen nur etwas mit Sport zu tun.

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Risikofaktor Übergewicht - Warum Forschung bei adipösen Kindern?
Herz-Kreislauferkrankungen (Herzinfarkt, Schlaganfall) sind nach wie vor die häufigste Todesursache in den Industrieländern. In den letzten Jahren entwickelte sich die Adipositas zu dem wichtigsten Risikofaktor, die deutliche Zunahme der Adipositas bereits im Kindesalter ist hierbei besorgniserregend. In Langzeitstudien konnte gezeigt werden, dass die kindliche Adipositas im Erwachsenenalter fortbesteht und zum frühen Auftreten von Herz-Kreislauferkrankungen führt.
Bisher war noch nicht bekannt, in welchem Ausmaß Gefäßveränderungen bereits bei adipösen Kindern und Jugendlichen bestehen. Wir haben deshalb eine Gruppe von 54 adipösen Kindern im Vergleich zu 55 schlanken Kindern untersucht und ausgewertet. Neben deutlich erhöhten Blutdruckwerten, Veränderungen im Fettstoffwechsel, Frühformen eines Diabetes und verminderter körperlicher Fitness konnten bereits deutliche Veränderungen an den Gefäßen bei den übergewichtigen Kindern festgestellt werden. Diese Veränderungen sind umso stärker, je höher der Körperfettgehalt und je mehr Risikofaktoren bei den Kindern und Jugendlichen bestehen.
Weitere Untersuchungen erfolgen gegenwärtig zur Beeinflussbarkeit der Risikofaktoren und Gefäßveränderungen.

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Zur Assoziation von körperlicher Aktivität und physischer Leistungsfähigkeit - Rostocker Kinder auf dem Prüfstand
Es gibt eine Reihe guter Gründe, sich mit der Tatsache des soziokulturellen Strukturwandels unserer Kinder und seinen Folgen auseinanderzusetzen. Zahlreiche Studien lassen eine Stagnation der psychophysischen Leistungsfähigkeit, verstärkt auftretende gesundheitliche Probleme sowie eine Zunahme der durch motorische Ungeschicklichkeit begründeten Unfälle unter anderem erkennen.
Deshalb haben es Wissenschaftler des Instituts für Sportwissenschaft, Mediziner des Instituts für Arbeits- und Sozialmedizin und Studierende der Universität Rostock in Zusammenarbeit mit der Hansestadt Rostock sowie Mitarbeitern des Landesinstitutes für Schule und Ausbildung unternommen, Zusammenhänge zwischen Zustandsparametern, physischer Leistungsfähigkeit und dem Bewegungsverhalten bei 7- bis 18-jährigen Kindern und Jugendlichen aufzudecken. Neben körperlichen Messungen, sportmotorischen Tests sowie Befragungen wurden Herzfrequenzstudien durchgeführt. In der Klassenstufe 7 erfolgte eine Ausdifferenzierung nach Schultypen.
Es werden Ergebnisse dieser Studien vorgestellt und Schlussfolgerungen in der Form gezogen, welches Maß notwendiger Bewegung zur Sicherung der physischen Gesundheit in diesem Lebensabschnitt erforderlich ist.

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Nina macht Mut - Adipositastraining mit Kindern und Jugendlichen
Jedes 5. Kind in Deutschland ist stark übergewichtig! Damit aus dicken Kindern nicht dicke Erwachsene werden, muß frühzeitig eingegriffen werden. Die Betroffenen leiden nicht nur unter körperlichen Problemen, sondern auch unter psychischen Beeinträchtigungen. Unser Trainingsprogramm will Hilfe schaffen: Die Kinder und Jugendlichen lernen, die Entstehung und Aufrechterhaltung ihrer Adipositas zu verstehen. Sie lernen, wie sie ein angemessenes Verhalten beim Essen entwickeln und wie sie den Versuchungen im Alltag widerstehen können. Das Ziel unserer Adipositasbehandlung soll daher nicht nur die Gewichtsreduktion sein, sondern vor allen Dingen die langfristige, bewusste Umstellung der Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten. Durch das vielfältige Sportangebot, die Diätberatung sowie das psychologische Programm soll Hilfe gewährt werden. Es wird ein 6-stündiges Gruppentraining dargestellt und erste Ergebnisse der begleitenden psychologischen Diagnostik präsentiert, um sowohl Kinder als auch ihre Eltern zum Mitmachen zu ermutigen.

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Der Einfluss von Carnitin auf die Körperzusammensetzung und Fettverbrennung bei der Adipositas
L-Carnitin ist ein bekanntes Nahrungsergänzungsprodukt, das vor allem zur Unterstützung der Fettverbrennung und zum Muskelaufbau angeboten wird. In einer wissenschaftlichen Untersuchung sollte der Einfluss von 3 g Carnitin/Tag während einer 10-tägigen standardisierten Kost bei 12 adipösen Probanden auf folgende Körperfunktionen untersucht werden:
Körperzusammensetzung (Bioimpedanz)
Kalorienhaushalt (indirekte Kalorimetrie)
Fettverbrennung mittels stabiler radioaktiver Isotope
Eiweißumsatz (Nieren-15N-Ausscheidung).
Die Messung der Bioimpedanz ergab mit und ohne Carnitin-Zugabe keine Unterschiede, Körperwasser, Fettmasse und Magermasse unterschieden sich nicht wesentlich. Auch die Kalorimetrie zeigte keine eindeutigen Unterschiede. Die Fettverbrennung wurde durch Carnitin-Zugabe ebenfalls nicht gesteigert.
Warum im Gegensatz zu weniger Übergewichtigen keine Unterschiede in der Fettverbrennung gefunden wurden, muss zunächst offen bleiben. Womöglich ist bei adipösen Patienten die Wirkung von Carnitin durch andere Mechanismen gestört.

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Lassen sich Diabetes und Gefäßerkrankungen bei Adipösen vermeiden - Erste Ergebnisse einer zweijährigen Interventionsstudie
Aus dem Nachweis von frühzeitigen Gefäßveränderungen bei stark übergewichtigen Kindern und Jugendlichen stellt sich die wichtige Frage, ob sich diese durch eine Modifikation der Ernährung, dreimal wöchentliche Bewegungsangebote, Motivationstraining, vereinzelt auch medikamentöse Blutdrucksenkung beeinflussen lassen. Die bisherigen Nachuntersuchungen aus dem o.g. Programm lassen folgende Schlussfolgerungen zu:
Die Adipositas im Kindesalter ist fast ausschließlich bedingt durch eine übermäßige Nahrungsaufnahme in Verbindung mit mangelnder körperlicher Aktivität. Eine drastische Änderung dieses Verhaltens kann eine deutliche Gewichtsabnahme, Blutdrucksenkung und Reduktion weiterer Risikofaktoren bewirken. In diesem Zusammenhang bessert sich die Gefäßfunktion und vermindert bzw. stagniert die Verdickung der Gefäßwände als Zeichen der Arteriosklerose. Eine Verminderung des Körpergewichtes erbringt ähnliche Verbesserungen der Blutdruckwerte und eine Normalisierung des Herzgewichtes wie die Gabe blutdrucksenkender Medikamente.
Eine Abkehr von ungesunder Lebensweise ist offenbar sehr schwer und gelingt nur hochmotivierten Jugendlichen in Verbindung mit intensivem Einsatz aller in die Betreuung einbezogenen Fachkräfte und der Familie.
Auf diese Weise können Zuckerkrankheit, Herzinfarkt und Schlaganfall als die hauptsächlichsten "Killer" der Industriegesellschaft vermindert werden.

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Rostock
Hörsaal der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Rembrandtstraße 16/17
18057 Rostock
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Service
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VUD
MFT
DFG
AWMF