Vorträge zur Kinder- und Jugendmedizin im Kupferbau
14.00 Uhr Fortschritte in der Krebsbehandlung
Prof. Dr. D. Niethammer, Ärztlicher Direktor Abteilung Hämatologie/Onkologie Die Heilungschancen vom Kindern und Jugendlichen, die an Krebs leiden, hat sich seit Beginn der 70er Jahre dramatisch verbessert. Während 1970 etwa 15% der Kinder mit akuten Leukämien geheilt werden konnten, sind es jetzt annähernd 70%. Ähnliche Erfolge wurden bei vielen soliden Tumoren erarbeitet. Die Basis dieser Erfolge ist die konsequente klinische Therapieforschung, in deren Rahmen seit vielen Jahren praktisch alle Kinder in ganz Deutschland nach einheitlichen Konzepten zu Diagnostik und Therapie (multizentrische Therapieoptimierungsstudien) behandelt werden. In diese Konzepte sind auch Therapiemethoden wie die Transplantation der Blutstammzellen von Geschwistern, passenden Fremdspendern und inzwischen auch der Eltern mit einbezogen. Aber auch die Grundlagenforschung hat erheblich zu dem Erfolg beigetragen. Mit Hilfe moderner molekularbiologischer Methoden ist inzwischen der Nachweis minimaler Leukämiezellen zu den verschiedenen Zeitpunkten der Therapie möglich, und inzwischen wissen wir, an welcher Stelle wir zur Verhinderung eines Rückfalls die Therapie noch verstärken müssen. Nach der Stammzelltransplantation ist es inzwischen möglich, ganz früh selbst kleinste Mengen der wieder auftretenden bösartigen Zellen des Patienten im Knochenmark zu entdecken, um dann mit immuntherapeutischen Ansätzen den drohenden Rückfall zu verhindern. Die deutsche Kinderonkologie hat sehr früh und international führend gezeigt, wie man durch konsequente Forschung, durch Therapiestudien und mit Hilfe von modernen Grundlagenmethoden zur Therapiesteuerung die Überlebenschancen der krebskranken Kinder dramatisch verbessern kann. Zurzeit wird intensiv an weiteren immuntherapeutischen und gentherapeutischen Ansätzen gearbeitet, zumal die Potenz der bekannten Chemotherapeutika weitgehend ausgereizt ist und für die Gruppe der mit Chemotherapie nicht zu behandelnden Kinder mit konventionellen Therapieansätzen keine Heilung erzielt werden kann.
15.00 Uhr Frühgeborene und ihre Zukunft
Prof. Dr. Chrisitan Poets, Ärztl. Direktor Abteilung Neonatologie
Prof. Dr. Ingeborg Krägeloh-Mann, Ärztl. Direktorin Abteilung Neuropädiatrie, Entwicklungsneurologie
In den letzten 25 Jahren hat sich die Versorgung von frühgeborenen Kindern dramatisch verbessert. So erhöhte sich die Überlebenschance von Kindern mit einem Geburtsgewicht unter 1500g von unter 50% auf über 90%. Diese medizinischen Fortschritte sind u.a. zurückzuführen auf eine verstärkte Konzentration dieser Risikoentbindungen auf Zentren mit großer Erfahrung in der Versorgung dieser Kinder, bessere Beatmungsmöglichkeiten und die Einführung neuer Medikamente, In den letzten Jahren rückt zunehmend die Frage nach der Qualität des Überlebens in das Zentrum der Diskussionen, da in Langzeituntersuchungen deutlich wurde, dass ehemals sehr unreife Frühgeborene später häufiger Entwicklungsprobleme haben, die von Sehstörungen über spastische Bewegungsstörungen zu mehr oder minder ausgeprägten Lern- und Verhaltensproblemen reichen. Wir stellen das Tübinger Konzept vor, das nicht zuletzt aufgrund sehr enger Kooperation zwischen Geburtshelfer, Neonatologen und Entwicklungsneurologen zeigen kann, dass die Zukunft der hier behandelten Frühgeborenen im internationalen Vergleich sehr gut aussieht, d.h. dass die Rate der o.g. Probleme sehr niedrig liegt. Dabei endet die Betreuung nicht mit der Entlassung aus der Klinik, sondern die Kinder und ihre Familien sind in ein Langzeitbetreuungskonzept eingebunden.
16.00 Uhr Forschung an und mit Kindern - ist dies ethisch vertretbar
PD Dr. Georg Marckmann, Geschäftsführer Klinisches Ethik-Komitee, Institut für Ethik und Geschichte der Medizin
Auch im Bereich der Kinderheilkunde sind klinische Studien unverzichtbare Voraussetzung für wirksame und sichere Behandlungsverfahren. Aufgrund der eingeschränkten oder fehlenden Einwilligungsfähigkeit wirft die Forschung an Minderjährigen jedoch besondere ethische Probleme auf. Die Kinderheilkunde steckt dabei in einem Dilemma: Zum einen stellen Kinder und Jugendliche eine vulnerable Probandengruppe dar, die einen besonderen Schutz verdient. Entsprechend restriktive Regelungen führen aber auf der anderen Seite dazu, dass die meisten in der Kinderheilkunde eingesetzten Medikamente zuvor nicht an Kindern gestestet wurden. Ihre Anwendung ist folglich mit einer größeren Unsicherheit hinsichtlich Wirksamkeit und möglichen Gesundheitsrisiken verbunden. Der Vortrag thematisiert diesen ethischen Grundkonflikt der Forschung an und mit Kindern und diskutiert, wie diesem durch eine entsprechende Regelungen der Forschung an Minderjährigen begegnet werden kann.
Prof. Dr. D. Niethammer, Ärztlicher Direktor Abteilung Hämatologie/Onkologie Die Heilungschancen vom Kindern und Jugendlichen, die an Krebs leiden, hat sich seit Beginn der 70er Jahre dramatisch verbessert. Während 1970 etwa 15% der Kinder mit akuten Leukämien geheilt werden konnten, sind es jetzt annähernd 70%. Ähnliche Erfolge wurden bei vielen soliden Tumoren erarbeitet. Die Basis dieser Erfolge ist die konsequente klinische Therapieforschung, in deren Rahmen seit vielen Jahren praktisch alle Kinder in ganz Deutschland nach einheitlichen Konzepten zu Diagnostik und Therapie (multizentrische Therapieoptimierungsstudien) behandelt werden. In diese Konzepte sind auch Therapiemethoden wie die Transplantation der Blutstammzellen von Geschwistern, passenden Fremdspendern und inzwischen auch der Eltern mit einbezogen. Aber auch die Grundlagenforschung hat erheblich zu dem Erfolg beigetragen. Mit Hilfe moderner molekularbiologischer Methoden ist inzwischen der Nachweis minimaler Leukämiezellen zu den verschiedenen Zeitpunkten der Therapie möglich, und inzwischen wissen wir, an welcher Stelle wir zur Verhinderung eines Rückfalls die Therapie noch verstärken müssen. Nach der Stammzelltransplantation ist es inzwischen möglich, ganz früh selbst kleinste Mengen der wieder auftretenden bösartigen Zellen des Patienten im Knochenmark zu entdecken, um dann mit immuntherapeutischen Ansätzen den drohenden Rückfall zu verhindern. Die deutsche Kinderonkologie hat sehr früh und international führend gezeigt, wie man durch konsequente Forschung, durch Therapiestudien und mit Hilfe von modernen Grundlagenmethoden zur Therapiesteuerung die Überlebenschancen der krebskranken Kinder dramatisch verbessern kann. Zurzeit wird intensiv an weiteren immuntherapeutischen und gentherapeutischen Ansätzen gearbeitet, zumal die Potenz der bekannten Chemotherapeutika weitgehend ausgereizt ist und für die Gruppe der mit Chemotherapie nicht zu behandelnden Kinder mit konventionellen Therapieansätzen keine Heilung erzielt werden kann.
15.00 Uhr Frühgeborene und ihre Zukunft
Prof. Dr. Chrisitan Poets, Ärztl. Direktor Abteilung Neonatologie
Prof. Dr. Ingeborg Krägeloh-Mann, Ärztl. Direktorin Abteilung Neuropädiatrie, Entwicklungsneurologie
In den letzten 25 Jahren hat sich die Versorgung von frühgeborenen Kindern dramatisch verbessert. So erhöhte sich die Überlebenschance von Kindern mit einem Geburtsgewicht unter 1500g von unter 50% auf über 90%. Diese medizinischen Fortschritte sind u.a. zurückzuführen auf eine verstärkte Konzentration dieser Risikoentbindungen auf Zentren mit großer Erfahrung in der Versorgung dieser Kinder, bessere Beatmungsmöglichkeiten und die Einführung neuer Medikamente, In den letzten Jahren rückt zunehmend die Frage nach der Qualität des Überlebens in das Zentrum der Diskussionen, da in Langzeituntersuchungen deutlich wurde, dass ehemals sehr unreife Frühgeborene später häufiger Entwicklungsprobleme haben, die von Sehstörungen über spastische Bewegungsstörungen zu mehr oder minder ausgeprägten Lern- und Verhaltensproblemen reichen. Wir stellen das Tübinger Konzept vor, das nicht zuletzt aufgrund sehr enger Kooperation zwischen Geburtshelfer, Neonatologen und Entwicklungsneurologen zeigen kann, dass die Zukunft der hier behandelten Frühgeborenen im internationalen Vergleich sehr gut aussieht, d.h. dass die Rate der o.g. Probleme sehr niedrig liegt. Dabei endet die Betreuung nicht mit der Entlassung aus der Klinik, sondern die Kinder und ihre Familien sind in ein Langzeitbetreuungskonzept eingebunden.
16.00 Uhr Forschung an und mit Kindern - ist dies ethisch vertretbar
PD Dr. Georg Marckmann, Geschäftsführer Klinisches Ethik-Komitee, Institut für Ethik und Geschichte der Medizin
Auch im Bereich der Kinderheilkunde sind klinische Studien unverzichtbare Voraussetzung für wirksame und sichere Behandlungsverfahren. Aufgrund der eingeschränkten oder fehlenden Einwilligungsfähigkeit wirft die Forschung an Minderjährigen jedoch besondere ethische Probleme auf. Die Kinderheilkunde steckt dabei in einem Dilemma: Zum einen stellen Kinder und Jugendliche eine vulnerable Probandengruppe dar, die einen besonderen Schutz verdient. Entsprechend restriktive Regelungen führen aber auf der anderen Seite dazu, dass die meisten in der Kinderheilkunde eingesetzten Medikamente zuvor nicht an Kindern gestestet wurden. Ihre Anwendung ist folglich mit einer größeren Unsicherheit hinsichtlich Wirksamkeit und möglichen Gesundheitsrisiken verbunden. Der Vortrag thematisiert diesen ethischen Grundkonflikt der Forschung an und mit Kindern und diskutiert, wie diesem durch eine entsprechende Regelungen der Forschung an Minderjährigen begegnet werden kann.





