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11.00 bis 13.00 Uhr: Eröffnung und Vorträge      _ Zur nächsten Veranstaltung
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Vorträge zur Kinder und Jugendmedizin
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Programm

11.00 - 11.10 Uhr
Begrüßung und Einführung
Prof. Dr. Wolfgang Brück, Sprecher des Vorstandes Bereich Humanmedizin

11.10 - 11.30 Uhr
Entwicklung sehr unreifer Neugeborener in Zeiten steigender Überlebenschancen
Prof. Dr. Karsten Harms

11.30 - 12.10 Uhr
Störungen in der geistigen und körperlichen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen

  • Geistige Behinderung - Fehler in Genen und ihre Folgen. Prof. Dr. Jutta Gärtner
  • Übergewicht - nur eine Frage der Gene? Dr. Markus Röbl

12.10 - 12.40
Uhr Ist Kinderkrebs heilbar? Bilanz und zukünftige Herausforderungen
Prof. Dr. Lothar Schweigerer

12.40 - 13.00 Uhr
Aktuelle Behandlungsstrategien in der Kinderkardiologie
Prof. Dr. Thomas Paul

 

Zusammenfassung der Vorträge

11.10 - 11.30 Uhr: Entwicklung sehr unreifer Neugeborener in Zeiten steigender Überlebungschancen
Prof. Dr. K. Harms
Die Überlebenschance unreifer Frühgeborener hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert. Während in den 1970iger Jahren noch 80 - 90 % der Frühgeborenen mit einem Geburtsgewicht zwischen 500 und 1000 g verstarben, überleben heute mehr als 80 % dieser Kinder. Neben der verbesserten Schwangerenbetreuung und Fortschritten in der Neugeborenen- Intensivmedizin war der Hauptgrund der steigenden Überlebenszahlen die Einführung der Surfactant-Behandlung vor etwa 15 Jahren. Hiermit gelang es, die Haupttodesursache der Frühgeborenen - das Atemnotsyndrom - causal zu behandeln. Obwohl auch die Rate schwerer Behinderungen ehemaliger Frühgeborener rückläufig ist, stellen Entwicklungsstörungen dieser Risikopatienten heutzutage das Hauptproblem dar. Derzeit weisen etwa 20 % der Frühgeborenen mit einem Geburtsgewicht unterhalb von 1000 g schwere Entwicklungsstörungen auf. In Zusammenarbeit mit dem Sozialpädiatrischen Zentrum auf der Bult in Hannover und dem Zentrum für Qualitätsmanagement bei der Ärztekammer Niedersachsen haben wir 2004 eine prospektive, landesweite Nachuntersuchung sehr unreifer Frühgeborener eingeführt. Durch eine frühzeitige Erkennung und Behandlung von Entwicklungsstörungen soll so ein Beitrag zur Früherkennung und Prävention von Entwicklungsstörungen bei Frühgeborenen geleistet werden. Durch eine Verknüpfung der in der Nachuntersuchung gewonnenen Ergebnisse mit den zur Qualitätssicherung erhobenen Daten aus der geburtshilflichen und neonatologischen Versorgung der Frühgeborenen, soll die Behandlung dieser Patienten insgesamt verbessert werden.

11.30 - 12.10 Uhr: Störungen in der geistigen und körperlichen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen

a. Geistige Behinderung - Fehler in Genen und ihre Folgen
Prof. Dr. Jutta Gärtner
Etwa 25.000 Gene liegen in der Erbsubstanz, die ein Kind von jedem Elternteil erhält. Fehler in dieser Erbsubstanz können Krankheiten verursachen. Etwa 1.500 genetisch bedingte Krankheiten sind derzeit bekannt. Zahlreiche dieser Genfehler führen zu Störungen in der Entwicklung des menschlichen Gehirns und des Nervensystems. Die Folgen sind fast immer eine geistige und häufig auch eine körperliche Behinderung. Kinder und Jugendliche mit Entwicklungsstörungen des Gehirns fallen meist schon im Säuglings- oder Kleinkindalter durch Auffälligkeiten in der geistigen Entwicklung, eine Muskelschwäche oder eine erhöhte Muskelspannung, Störungen in den Bewegungsabläufen sowie cerebrale Krampfanfälle auf. Einige haben auch ein auffälliges Aussehen. Internationale Forschungsaktivitäten haben in den letzten Jahren dazu beigetragen, viele der für die Entwicklung des kindlichen Gehirns wichtigen Gene zu identifizieren und ihre Funktionen näher zu studieren. Die Kenntnis der Gendefekte ermöglicht es, betroffenen Familien eine vorgeburtliche Untersuchung anzubieten, die vorhersagt, ob ein ungeborenes Kind von der Krankheit betroffen ist. Auch wenn eine wirkungsvolle Behandlung derzeit nicht verfügbar ist, so kann das ständig wachsende Wissen um die Funktion der in die Hirnentwicklung involvierten Gene zukünftig dazu beitragen, Medikamente und auch gentherapeutische Behandlungsansätze zu entwickeln.

b. Übergewicht - nur eine Frage der Gene?
Dr.med. Markus Röbl
Bis vor einigen Jahren wurde der Adipositas bei Kindern und Jugendlichen kein besonderes Interesse entgegengebracht, da die Meinung vorherrschte, dass sich Übergewicht mit zunehmendem Alter "auswächst". Die ansteigende Prävalenz der Adipositas in der Bevölkerung und insbesondere die Zunahme extrem adipöser Kinder und Jugendlicher im letzten Jahrzehnt haben zu einem deutlichen Sinneswandel geführt. Adipositas ist mittlerweile als chronische Erkrankung in der Gesellschaft anerkannt. Ursachen und Folgen der kindlichen Adipositas sind Gegenstand intensiver wissenschaftlicher Forschung. Hauptursachen für die ansteigende Adipositas-Prävalenz  sind nicht Genveränderungen, sondern veränderte Umweltbedingungen mit zunehmendem Bewegungsmangel und Fehlernährung. Die krankmachenden und gesundheitspolitischen Folgen dieser Entwicklung zeigen sich schon im Kindes- und Jugendalter in Form von arterieller Hypertonie, einer gestörten Glucosetoleranz, Fettstoffwechselstörungen, obstruktiven Lungenerkrankungen, Fettleber, Gallensteinleiden, orthopädischen Problemen und auch sozialer Stigmatisierung. Die Behandlung dieser Patienten stellt unsere Gesellschaft vor eine große Herausforderung. Flächendeckend müssen in der Bundesrepublik Deutschland qualifizierte Zentren für grundlagenwissenschaftliche und klinische Studien und vor allem zur Behandlung von adipösen Kindern und Jugendlichen geschaffen werden. Weiterhin muss der Prävention ein größerer Stellenwert eingeräumt werden. Hier sind Politik, Krankenkassen und Ärzteschaft gefordert.

12.10 - 12.40 Uhr: Ist Kinderkrebs heilbar? Bilanz und zukünftige Herausforderungen.
Prof. Dr. L. Schweigerer
Seit Einführung der Chemotherapie in den 70-er Jahren haben die Heilungsraten krebskranker Kinder sprunghaft zugenommen. Durch eine Kombinationsbehandlung unter Einschluss von Strahlentherapie und operativen Verfahren können nun etwa 70% aller krebskranken Kinder dauerhaft geheilt werden. Seit etwa 10 Jahren nehmen die Heilungsraten trotz einer Intensivierung der Behandlung kaum mehr zu. Warum das so ist und wie man dies vielleicht ändern kann ist das Thema des Vortrages von Prof. Schweigerer. Dabei werden insbesondere auch eigene Forschungsarbeiten und deren mögliche klinische Anwendung vorgestellt

12.40 - 13.00 Uhr: Aktuelle Behandlungsstrategien in der Kinderkardiologie
Prof. Dr. Thomas Paul
Ein Ziel der Kinderkardiologie ist es, bewährte chirurgische Verfahren zur Behandlung von angeborenen Herzfehlern durch die weniger belastenden Kathetereingriffe bei Säuglingen und Kindern zu ersetzen. Neben der Sprengung von verengten Herzklappen können heute auch Defekte der Vorhof- wie auch der Kammerscheidewand mit speziellen Verschlusssystemen durch einen katheterinterventionellen Eingriff verschlossen werden. Ziele der aktuellen Forschung sind hierzu die Untersuchungen zur Gewebeverträglichkeit der Verschlusssysteme mit dem Wachstum der Kinder. Darüber hinaus sind wir bestrebt, die zur Darstellung der Katheter notwendige Durchleuchtung und somit Strahlenbelastung für die Kinder durch alternative Darstellungsmethoden zu ersetzen.

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Göttingen
Universitätsklinikum Göttingen
Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin
Abteilung Pädiatrie
Robert-Koch-Str. 40
37075 Göttingen
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Service
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