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13.30 bis 16.00 Uhr: Seminare zur Kinder- und Jugendmedizin     Zur vorherigen Veranstaltung _ Zur nächsten Veranstaltung
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Seminare zu: Kinderkrebsbehandlung, Gehirntumoren, Blutkrankheiten, Fieberkrämpfen und Frühgeborene.
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13.30 Uhr bis 14.00 Uhr
Neue Ansätze in der Kinderkrebsbehandlung - Kann man bösartige in gutartige Zellen umwandeln?
PD Dr. med. Olaf Witt
Krebsgeschwulste bestehen aus Zellen, die bösartige Eigenschaften aufweisen. Das bedeutet, dass sich diese Zellen mit großer Geschwindigkeit vermehren, ihre gutartigen Nachbarzellen verdrängen, nicht mehr ihre Aufgaben im Körper verrichten, sich der Kontrolle der Körperabwehr entziehen, auf Wanderschaft gehen und Absiedelungen in anderen Organen bilden. Dieses alles beruht auf einer Fehlsteuerung der Erbinformation in der bösartigen Krebszelle. Wir erforschen neue Wege, wie man diese Fehlsteuerung der Krebszellen wieder normalisieren kann und wie man bösartigen Zellen wieder in normale, gutartige Zellen umprogrammieren kann. Wie dieses funktioniert wird im Seminar von PD Dr. Witt erläutert.

14.00 Uhr bis 14.30 Uhr
Warum Gehirntumoren so schlecht zu heilen sind und was man für die Behandlung daraus lernen kann.
PD Dr. med. Berhard Erdlenbruch
Nach den Blutkrebskrankheiten (Leukämien) sind Hirntumoren bei Kindern die zweithäufigste Form einer bösartigen Erkrankung. Neben einer Operation und einer Bestrahlung, kann auch eine Chemotherapie zur Behandlung von Hirntumoren durchgeführt werden. Die dabei verwendeten Medikamente erreichen die Krebszellen im Gehirn jedoch schlecht, da das Gehirn durch die so genannte Blut-Hirn-Schranke vom Blutkreislauf getrennt wird. In Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie wurden in Tierversuchen Substanzen entwickelt, die die Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke für kurze Zeit erhöhen. So können die tumorzerstörenden Medikamente ihr Ziel jenseits der Blut-Hirn-Schranke leichter erreichen und die Tumorzellen besser bekämpfen. Wie man auf diese Weise die Hirntumorbehandlung von Kindern verbessern könnte, ist Gegenstand dieses Seminares.

14.30 Uhr bis 15.00 Uhr: Warum ist mein Kind so blass? Blutkrankheiten und ihre Behandlungsmöglichkeiten.
Prof. Dr. med. Max Lakomek
Die Blutarmut (Anämie) geht in der Regel mit Blässe, Müdigkeit und eingeschränkter Leistungsfähigkeit einher. Eine Anämie liegt dann vor, wenn der rote Blutfarbstoff (Hämoglobin) vermindert ist. Das Hämoglobin ist Bestandteil der roten Blutkörperchen (Erythrozyten), welche im Knochenmark gebildet werden. Die Funktion der roten Blutkörperchen ist der Sauerstofftransport, welcher mit Hilfe des Hämoglobins erfolgt. Insbesondere die häufigsten Formen der Anämie, ihre Erscheinungsbild und ihre Therapie sollen in diesem Seminar besprochen werden. Zur Veranschaulichung können interessierte Kinder/ Erwachsene unter Anleitung eigenständig Blutausstriche unter dem Mikroskop betrachten.

15.00 Uhr bis 15.30 Uhr
Fieberkrämpfe und andere cerebrale Anfälle im Kindesalter.
PD Dr.med. Knut Brockmann
Fieberkrämpfe zählen zu den häufigsten medizinischen Notfällen im Kindesalter. Betroffene Eltern sind meist in großer Sorge um das Leben und die Gesundheit ihres Kindes, wenn sie Augenzeugen eines Fieberkrampfes sind. Tatsächlich aber sind die meisten Fieberkrämpfe völlig harmlos, klingen von alleine ab und bedrohen die weitere normale Entwicklung des Kindes nicht. Nur falls ausnahmsweise ein Fieberkrampf lange, d.h. länger als 15 Minuten andauert, ist Gefahr im Verzuge, und der Anfall muss mit Medikamenten unterbrochen werden. Fieberkrämpfe sind so genannte Gelegenheitsanfälle, sie treten nur im Kleinkindalter und nur im Zusammenhang mit Fieber auf. Fieberkrämpfe stellen keine Epilepsie dar. Von einer Epilepsie spricht man erst, wenn immer wieder cerebrale Anfälle ohne unmittelbare Auslöser auftreten. Epileptische Anfälle sind auf Hirn-Rhythmusstörungen zurückzuführen: eine große Zahl von Nervenzellen im Gehirn wird gleichzeitig und übermäßig erregt, sodass es zu gleichzeitiger Entladung der elektrischen Spannung dieser Nervenzellen kommt. Dauert dieses "Gewitter im Gehirn" länger als etwa 3 Sekunden an, kann es zu  Störungen der Hirnfunktion kommen, die das Bewusstsein, die Steuerung der Bewegungen oder die Sinneswahrnehmungen betreffen. Im Kindesalter sind gutartige Anfallsleiden, die an ein bestimmtes Alter gebunden sind und später ausheilen, besonders häufig. Ob eine Behandlung mit Arzneimitteln zur Verhütung weiterer Anfälle zu empfehlen ist, muss in jedem Einzelfall unter Berücksichtigung der Anfallssymptome, -häufigkeit und -dauer, der Entwicklung des Kindes und der Ergebnisse von Zusatzuntersuchungen (EEG, Kernspintomographie, Labor) geprüft und vom Arzt gemeinsam mit der betroffenen Familie sorgsam abgewogen werden.

15.30 Uhr bis 16.00 Uhr
Warum unreife Frühgeborene selbst nicht atmen können und wie man dies ändern könnte.
Dr. med. Markus Stahl
Frühgeburtlichkeit stellt eines der wichtigsten Probleme der Neugeborenen-Medizin dar. Die Unreife der kindlichen Organe bedingt eine hohe Morbidität und Mortalität der Neugeborenen. Insbesondere sehr unreife Frühgeborene unterliegen einem hohen Risiko, an einem akuten Atemnotsyndrom zu erkranken, dessen Ursache ein Mangel an intraalveolärem "Surfactant" ist. Hierbei handelt es sich um Substanzen deren Funktion die Vermeidung eines Kollaps der Lungenbläschen darstellt. Eine prophylaktische Therapieoption bei drohender Frühgeburt besteht in der Aktivierung molekularer Reifungsprozesse der noch unreifen Lunge durch die vorgeburtliche Verabreichung synthetischer Glukokortikoide an die werdende Mutter. Der Wirkmechanismus ist allerdings weitestgehend unklar. Wie man die molekularen Vorgänge der Lungenreifung und deren medikamentöse Beeinflussung tierexperimentell aufklären kann, ist das Thema des Seminars von Dr. Stahl.

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Göttingen
Universitätsklinikum Göttingen
Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin
Abteilung Pädiatrie
Robert-Koch-Str. 40
37075 Göttingen
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