Kurzbeschreibung des Forschungsgebiets:
Die Therapieforschung hat die Behandlung kindlicher Leukämien so weit entwickelt, dass viele Kinder dauerhaft geheilt werden können, allerdings um den Preis einer intensiven Chemotherapie. Fortschritte in der Grundlagenforschung versprechen bei erfolgreicher Übertragung auf die Leukämiebehandlung weitere Fortschritte im Sinne einer gezielten und nebenwirkungsarmen Therapie. Der "Programmierte Zelltod" ist eine dieser vielversprechenden Entdeckungen der Grundlagenforschung.
Informationstext zum Vortrag:
Zunächst mag die Tatsache, dass der "Programmierte Zelltod" (Apoptose) überlebensnotwendig ist, Verwunderung hervorrufen. Weniger erstaunlich ist hingegen die Feststellung, dass sich zum Beispiel Haare, Haut und Blut ständig erneuern: Der Körper besteht aus verschiedenen Wechselgeweben - das Absterben und Erneuern von Zellen ist ein ganz normaler Prozess. Wird dieser Prozess hingegen gestört, können in der Folge bösartige Erkrankungen wie Tumoren oder Leukämien entstehen. Viele der in der Krebstherapie häufig eingesetzten Medikamente, so genannte Zytostatika, zielen daher darauf ab, den Prozess der Apoptose wieder in Gang zu setzen. Für die Grundlagenforschung bedeutet dies, Schlüsselmoleküle zu identifizieren, die die Apoptose-Empfindlichkeit von Leukämiezellen gegenüber Zytostatika erhöhen. Das Ziel ist es, Medikamente zu entwickeln, die eine effizientere - also gleichzeitig wirksamere und nebenwirkungsärmere - Behandlung ermöglichen. Wurden die Untersuchungen bisher an Leukämie-Zelllinien durchgeführt, arbeiten Wissenschaftler aus Ulm gemeinsam mit den klinischen Wissenschaftlern der Leukämiestudien daran, Parameter zur Vorhersage des Zellverhaltens gegenüber Zytostatika (Zytostatikaresistenz) zu etablieren. In einer der Untersuchungen gelang es nun, die Übertragungswege derjenigen Apoptose-Signalwege zu analysieren, die für die Chemotherapie entscheidend zu sein scheinen.





