Der Tag der Gesundheitsforschung steht dieses Jahr unter dem Motto "Den Krebs bekämpfen - Forschung für den Menschen".
Aus diesem Anlass findet am Sonntag, den 17. Februar 2008, zwischen 9:30 und 12:30 Uhr im Hörsaal der Medizinischen Klinik (Klinikstraße 36, 35392 Gießen) eine Informations- und Fortbildungsveranstaltung statt. Vortragende sind Tumorspezialisten des Universitätsklinikums Gießen und Marburg am Standort Gießen. Ziel der Veranstaltung ist einerseits die Fortbildung onkologisch interessierter Ärzte und Pflegekräfte, aber andererseits auch die Informationsvermittlung für interessierte medizinische Laien und Patienten. Krebserkrankungen sind derzeit weltweit für die meisten Todesfälle verantwortlich. Für 2020 schätzt die Weltgesundheitsorganisation eine weitere Zunahme der Neuerkrankungen bei Männern um ca. 50%. Während die Diagnose "Krebs" noch vor wenigen Jahren für Patienten und ihre behandelnden Ärzte eine niederschmetternde Botschaft darstellte und selbst eingreifende Therapien selten zu einer dauerhaften Heilung führten, ist es durch die Einführung moderner Frühdiagnostik und interdisziplinärer Therapiestrategien zu einer erheblichen Verbesserung der Chancen von krebskranken Patienten gekommen. Entscheidend für die Fortschritte in den letzten Jahren ist neben der systematischen Einführung von Vorsorgeuntersuchungen (für einige häufige Krebsformen wie Darm-, Brust- und Prostatakrebs) die Schaffung von sogenannten Versorgungsnetzen.
Hierbei greift die Arbeit von niedergelassenen Ärzten, lokalen Krankenhäusern der Regelversorgung, großen städtischen Krankenhäusern und hochspezialisierten Universitätsklinika lückenlos ineinander, um eine möglichst optimale und leitliniengerechte Diagnostik und Behandlung krebskranker Patienten zu gewährleisten. Ein Beispiel hierfür ist das Interdisziplinär Onkologische Zentrum (IOZ, Leiter Prof. Friedrich Grimminger) in Gießen, um das sich ein Verbund von hochqualifizierten ambulanten und stationären Einrichtungen gebildet hat. Unverzichtbares Glied in der Kette der Versorger ist hierbei die Palliativmedizin, die den chronisch kranken Patienten ganzheitlich betreut.
Die Veranstaltung wird gemeinsam von Prof. Friedrich Grimminger (Direktor der Medizinischen Kliniken IV und V), Privatdozent Matthias Rummel (Leiter des Schwerpunkts Hämatologie der Med. Klinik IV), Prof. Alfred Reiter (Leiter der Pädiatrischen Hämatologie und Onkologie) und Prof. Ardeschir Ghofrani (Leiter des Lungenschwerpunkts an der Klinik Seltersberg) geleitet. Es werden so interessante Themen wie die Diagnostik und Therapie des Kolorektalen Karzinoms (Prof. Jürgen Lohmeyer, Med. Klinik V), der Bronchialkarzinome (Prof. Ardeschir Ghofrani), des Brustkrebs (Privatdozent Gamal-André Banat, MBA, Med. Klinik IV/V) und der Prostata behandelt (Dr. Gerson Lüdecke, Urologische Klinik), sowie auf neue Perspektiven der Strahlentherapie hingewiesen (Prof. Frank Rose, Strahlenklinik). Des Weiteren werden die Behandlung von Lymphomen und Leukämien bei Erwachsenen (Privatdozent Matthias Rummel) und bei Kindern und Jugendlichen (Prof. Alfred Reiter), sowie die Sicht der ambulanten Versorger in diesem Gesamtkonzept dargestellt (Dr. Weidenbach, Praxis Balser/Weidenbach, Marburg / Privatdozent Andreas Käbisch, Praxis Schliesser/Kaebisch/Weber, Gießen). Abschließend erläutern Dr. Thorsten Fritz (Anaesthesiologie) und Prof. Ulf Sibelius (Med. Klinik V) die Bedeutung der Schmerz- und Palliativmedizin in der ganzheitlichen Versorgung von krebskranken Patienten.
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