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12.00 - 16.00 Uhr: Vorträge      _ Zur nächsten Veranstaltung
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Die Vorträge finden ab 12:00 Uhr im Hörsaal 04 im Universitätsklinikum statt.
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12:00 Uhr
Wenn dem Herz die Luft wegbleibt.
Prof. Dr. Dörthe Katschinski, Abt. Herz- und Kreislaufphysiologie

Was passiert in einer Körperzelle, wenn Sauerstoff zur Mangelware wird? Mit jedem Atemzug pumpt der Mensch Sauerstoff aus der Luft in die Lunge. Doch von dort ist es für die kleinen Moleküle noch immer ein weiter Weg über das Blut bis zu den Körperzellen, die die winzigen Energieträger für das Überleben brauchen. Um nicht bei jeder geringsten Sauerstoff-Unterversorgung sofort ihr Leben zu riskieren, haben die Körperzellen einen "Notfallplan" entwickelt, der sie vor weiterem Sauerstoffmangel schützt. Erst wenn auch dieser "Plan B" nicht mehr funktioniert, sterben die Zellen ab - wie etwa beim Herzinfarkt.

Herz- und Kreislaufphysiologen versuchen, die Abläufe in den Körperzellen bei Sauerstoffmangel besser zu verstehen. Die Erkenntnisse könnten in die Entwicklung besserer Notfallmaßnahmen bei Herzinfarkt oder Schlaganfall einfließen.


12:30 Uhr
Herzregeneration mit Stammzellen

Prof. Dr. Gerd-Hasenfuß, Abt. Kardiologie und Pneumologie

StammzellenBei jedem Herzinfarkt sterben Muskelzellen ab. Weil das Herz jedoch abgestorbene Muskelzellen nicht selbst erneuern kann, bleibt eine dauerhafte Narbe im Herzen zurück. Der Muskel-Schaden macht sich als Herzmuskelschwäche bemerkbar, an der fast drei von zehn Herzinfarkt-Patienten leiden. Bisher wird die Schwäche mit Medikamenten behandelt, im sehr fortgeschrittenen Stadium ist eine Herztransplantation möglich. Allerdings sind geeignete Spender-Organe selten, so dass ein "neues Herz" nur sehr wenigen jüngeren Patienten vorbehalten ist.

Forscher arbeiten daran, Herzinfarkt-Patienten mit Stammzellen für die Erneuerung des verloren gegangenen Muskelgewebes zu behandeln. Stammzellen sind nicht ausgereifte (undifferenzierte) Zellen, die sich vermehren, aber auch in verschiedene Gewebe ausreifen können. Man unterscheidet embryonale (aus dem Embryo) und adulte (aus dem ausgewachsenen Organismus) Stammzellen. Während embryonale Stammzellen in alle 200 Gewebe des Körpers, insbesondere auch in Herzgewebe, ausreifen könnten, ist diese Fähigkeit bei den bisher bekannten adulten Stammzellen relativ gering ausgeprägt.

In der Universitätsmedizin Göttingen wurde aus dem Hodengewebe erwachsener Mäuse ein neuer Zelltyp isoliert. Dieser Zelltyp hat die Fähigkeiten einer embryonalen Stammzelle, stammt aber vom ausgewachsenen Organismus. Könnte dieses Konzept auf den Menschen übertragbar sein, so könnte man daraus ein Therapieverfahren entwickeln, das einen Ausweg aus der ethischen Problematik beim Umgang mit menschlichen embryonalen Stammzellen bietet.


13:00 Uhr
Künstliches Herz: Was Maschinen leisten können
Prof. Dr. Friedrich A. Schöndube, Abt. Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie

Die Herzchirurgie hat in den vergangenen 50 Jahren enorme Fortschritte erzielt. Heute können nahezu alle angeborenen und erworbenen Störungen der Herzfunktion therapiert, oder zumindest der Verlauf der Erkrankung verbessert werden.

Nehmen die körperliche Belastbarkeit und die Leistungsfähigkeit eines Patienten drastisch ab, kann eine zu geringe Pumpfunktion des Herzens dahinter stehen. Sind alle medikamentösen und operativen Möglichkeiten ausgeschöpft, hilft nur noch eine Herztransplantation. Diese Methode ist inzwischen zur Routine in der Herzchirurgie geworden. Herztransplantationen können Menschenleben retten und die Lebensqualität der Betroffenen deutlich verbessern. In Deutschland gibt es aber zu wenige Spenderorgane. Deshalb müssen Forscher weiterhin nach anderen Behandlungsmethoden suchen.

Vorübergehende Alternativen zum Spenderherz sind Kunstherzen, so genannte "Linksherzunterstützungssysteme". Diese mechanischen Pumpen übernehmen die Pumpfunktion des menschlichen Herzens und können auf diese Weise Leben retten. Die Pumpen können über mehrere Tage und Wochen betrieben werden. Dauerhaft in den Körper implantierte Kunstherzen halten über Monate bis Jahre.

Weil altersbedingte chronische Erkrankungen des Herzens immer häufiger werden, ist die Wiederherstellung der Pumpfunktion des Herzens eine der zentralen Aufgaben der modernen Herzmedizin.


13:30 Uhr
Aktuelle Behandlungsstrategien in der Kinderkardiologie

Prof. Dr. Thomas Paul, Abt. Pädiatrie III mit Schwerpunkt Pädiatrische Kardiologie und Intensivmedizin

SchirmEines der Ziele der Kinderkardiologie ist es, bewährte chirurgische Verfahren zur Behandlung von angeborenen Herzfehlern durch weniger belastende Kathetereingriffe bei Säuglingen und Kindern zu ersetzen. Neben der Sprengung von verengten Herzklappen können heute auch Defekte der Vorhof- wie auch der Kammerscheidewand mit speziellen Verschlusssystemen durch einen katheter-interventionellen Eingriff behandelt werden.

Ziele der aktuellen Forschung sind die Untersuchungen zur Gewebeverträglichkeit der Verschluss-Systeme mit dem Wachstum der Kinder. Darüber hinaus sind wir bestrebt, die zur Darstellung der Katheter notwendige Durchleuchtung und somit die Strahlenbelastung für die Kinder durch alternative Darstellungsmethoden zu ersetzen.


14:00 Uhr
Die Raucherentwöhnungsambulanz des Universitätsklinikums Göttingen
Dr. Tobias Raupach, Abt. Kardiologie und Pneumologie - Raucherentwöhnungsambulanz

Schluss mit dem RauchenEs lohnt sich, mit dem Rauchen aufzuhören: Wer es schafft, lebt länger und senkt das Risiko für verschiedene Krankheiten deutlich. Viele Raucher haben schon mehrfach erfolglos versucht, das Rauchen aufzugeben. Wem es nicht dauerhaft gelingt, hat nicht unbedingt einen zu schwachen Willen, sondern ist zu stark vom Tabak abhängig.

Da das Rauchen bei vielen Menschen die Kriterien einer Sucht erfüllt, bedarf es zum Aussteigen mehr als eines festen Willens. Zwar hilft der Wille beim Entschluss zum Nichtrauchen - für einen langfristigen Erfolg reicht der aber meist nicht aus. Unterstützung von außen hilft den werdenden Nichtrauchern dabei, ihr Verhalten umzustellen. Zusätzlich können Medikamente wirksam helfen, Entzugserscheinungen zu unterdrücken.

Die Raucherentwöhnungsambulanz des Universitätsklinikums Göttingen bietet allen Rauchern, die kein Geld mehr für Zigaretten ausgeben möchten, individuelle Hilfe an: Das Angebot reicht von einer einfachen Beratung bis hin zu einem sechswöchigen Gruppenkurs, mit dem schon viele Raucher den Ausstieg geschafft haben.

Am Tag der Gesundheitsforschung beantworten Mitarbeiter der Ambulanz Fragen zum Rauchen und zur Entwöhnung. Ein Vortrag des wissenschaftlichen Leiters der Ambulanz erklärt die Suchtmechanismen beim Rauchen und die effektivsten Methoden, das Rauchen aufzugeben.


14:30 Uhr
Organspende und Transplantation

Ralf Werner, Stabsstelle Transplantationskoordination
Technik der Herztransplantation
Dr. Jan Schmitto Abt. Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie
Herztransplantation aus der Sicht eines Patienten
Hilmar Kumm, Selbsthilfegruppe Organtransplantierter Göttingen

Die Kurzvorträge erläutern die Geschichte der Transplantationsmedizin sowie die medizinischen, juristischen und ethischen Voraussetzungen für die Organspende und die Verteilungskriterien für Spender-Organe. Weiterhin wird die chirurgische Technik der Herztransplantation erklärt. Über das Leben mit einem Spenderherz informieren transplantierte Patienten. Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Patienten stehen für persönliche Fragen und Gespräche zur Verfügung.


15:00 Uhr
Wiederbelebung: Neue Richtlinien auch für den Laien

Dr. med. Markus Roessler, DEAA, Zentrum Anaesthesiologie, Rettungs- und Intensivmedizin

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Göttingen
Osthalle des Universitätsklinikums Göttingen
Georg-August-Universität
Robert-Koch-Str. 40
37075 Göttingen
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Service
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MFT
DFG
AWMF