(12:00, 13:00 und 14:00 Uhr)
Abt. Kardiologie und Pneumologie
Im Herzkatheterlabor der Abteilung Kardiologie und Pneumologie des Herzzentrums der Universitätsmedizin Göttingen stehen drei Herzkatheter-Messplätze zur Verfügung: Zwei Labore werden schwerpunktmäßig für die Diagnostik und Therapie von Herz-Kreislauferkrankungen genutzt. Ein Labor dient der Diagnostik und Therapie von Herzrhythmusstörungen. Im Jahr 2006 wurden etwa 3.000 diagnostische Untersuchungen und etwa 900 therapeutische Katheteruntersuchungen in der Abteilung durchgeführt.
Diagnostik: Das Herzkatheterlabor führt alle gängigen diagnostischen Maßnahmen für Erkrankungen des Herzens durch. Dazu gehören Arterienverkalkungen (Arteriosklerose), Herzmuskelerkrankungen, Herzklappenerkrankungen und Erkrankungen des Lungenkreislaufs. Spezielle Verfahren wie Ultraschall in den Gefäßen (intravaskulär, IVUS) oder Dopplerfluss- und Druckmessungen innerhalb der Herzkranzgefäße (intrakoronar) gehören zu den "Routineuntersuchungen" des Labors. Falls nach einer diagnostischen Herzkatheteruntersuchung eine entsprechende Katheter-Behandlung notwendig ist, wird diese unmittelbar im Universitätsklinikum durchgeführt.
Therapie: Verengungen der Gefäße am Herzen (koronare Herzerkrankungen) können behandelt werden, indem die Blutgefäße aufgedeht werden (PTCA) oder indem Gefäßstützen (Stents) eingepflanzt werden. Hierfür gibt es auch die neuen, Medikamente-beschichteten Stents. Insbesondere werden Patienten behandelt, die an fortgeschrittenen oder komplexen Erkrankungen leiden. Patienten mit bedrohlichen Ruhebeschwerden und mit akutem Herzinfarkt werden rund um die Uhr an sieben Tagen der Woche behandelt. Eine lückenlose Rufbereitschaft qualifizierter Ärzte und des Assistenzpersonals stellt die Behandlung sicher. Ebenso stehen weitere Techniken und Maßnahmen für die Therapie Schwerstkranker oder zur Behebung von Komplikationen selbstverständlich zur Verfügung.
Die Führung: In den Herzkatheterlaboren sehen Sie die notwendigen technischen Geräte für die Diagnostik und Therapie von Herz-Kreislauferkrankungen und Herzrhythmusstörungen. Sie haben Gelegenheit, so genannte Ballonkatheter selbst in die Hand zu nehmen und Stents (Gefäßstützen) aus nächster Nähe zu inspizieren. Ferner wird vorgestellt, wie Rettungsmediziner und Kardiologen im Einzugsgebiet der Universitätsmedizin Göttingen bei akutem Herzinfarkt vorgehen.
Elektrophysiologisches Herzkatheterlabor mit Magnetnavigation
(12:00 und 14:00 Uhr)
Abt. Kardiologie und Pneumologie
Herz-Stolpern und Herz-Rasen gehören zu den Herz-Rhythmusstörungen. Bei einigen Patienten können diese Erkrankungen gezielt mit einer Verödung (Katheterablation) des betroffenen Gewebes im Herzen behandelt werden. Das Behandlungsverfahren wird laufend verbessert. Die Katheterablation wird dadurch besonders für die Behandlung von Vorhofflimmern immer wichtiger.
Die Behandlung von Herzrhythmusstörungen ist ein besonderer Schwerpunkt im Herzzentrum Göttingen der Universitätsmedizin Göttingen. In der Abteilung Kardiologie und Pneumologie ist jetzt ein Herzkatheterlabor ganz neu eingerichtet worden. Mit Hilfe modernster Technologien werden hier Katheter erstmals mit einem Magnetfeld durch die Blutgefäße bis in das Herz gesteuert.
Die Magnet-Navigation ist genauer und für den Patienten schonender als das herkömmliche Verfahren, bei dem Katheter von der Leiste aus gesteuert werden. Daneben werden in dem neuen Labor auch Techniken zur räumlichen Ortung eingesetzt (CARTO, ähnliches Prinzip wie GPS - Global Positioning System). Auf der Laborführung werden die räumlichen Ortungs-Techniken gezeigt und allgemein verständlich erklärt.
Harvey: die Herz-Patienten-Puppe
(12:00, 13:00, 14:00 und 15:00 Uhr)
Geschäftsbereich Lehre
Gestatten, mein Name ist Harvey. Ich bin ein lebensgroßer Patienten-Simulator. An mir lernen die Medizin-Studierenden, wie man den Puls fühlt, den Blutdruck misst, und wie sich Herzgeräusche mit dem Stethoskop anhören.
Ich kann viele Herzkrankheiten vortäuschen. Die Studierenden müssen dann die richtige Diagnose stellen. Das bedeutet, dass sie herausbekommen müssen, was mir fehlt. Weil ich auch sehr seltene Krankheiten spielen kann, lernen die Studierenden, auch solche Diagnosen zu stellen, die an "echten Patienten" selten vorkommen.
Erfunden und gebaut wurde ich in Miami, Florida. Meine Brüder leben vor allem in den USA, aber einige von ihnen leben jetzt auch an deutschen Universitäten. Mein "Herzstück" ist ein Steuercomputer. Dieser steuert den Blutdruck und die Herzgeräusche, die die Studierenden messen oder über das Stethoskop hören.
Lauschen Sie meinen Herzgeräuschen und fühlen Sie meinen Puls. Ich freue mich auf Ihren Besuch! Ihr Harvey
Experimentelle Kardiologie: Mäuse - Muskeln - Mechanismen
(12:00, 13:00, 14:00 und 15:00 Uhr)
Abt. Kardiologie und Pneumologie
Trotz aller medizinischen Fortschritte sterben in Deutschland noch immer die meisten Menschen an Erkrankungen des Herz-/Kreislauf-Systems.
Im Labor für Molekulare Kardiologie erforschen die Wissenschaftler Vorgänge, die zur Entstehung schwerer Herzerkrankungen führen. Gleichzeitig suchen sie nach Möglichkeiten, Herzerkrankungen aufzuhalten. Mit biophysikalischen Methoden versuchen sie, die Funktion des Herzmuskels als "Pumpe" besser zu beurteilen. Hierzu arbeiten die Forscher mit lebenden Organismen und an isolierten Geweben in der Kulturschale. Weiterhin testen sie, inwieweit sich das Herz unter Belastung den veränderten Bedingungen anpassen kann.
Mit diesen Erkenntnissen möchten die Forscher Strategien zur Vorbeugung und Behandlung von Herzerkrankungen entwickeln.
Stammzell-Forschung zur Organ-Erneuerung
(13:00 und 15:00 Uhr)
Abt. Kardiologie und Pneumologie
Erkrankungen oder Unfälle können dazu führen, dass bestimmte Körperzellen ihre Funktion verlieren oder absterben. So leiden Parkinson-Patienten darunter, dass bestimmte Nervenzellen in ihrem Gehirn absterben. Bei einigen Patienten mit der Zuckerkrankheit (Diabetes) bilden spezialisierte Zellen in der Bauchspeicheldrüse zu wenig Insulin. Bei einem Herzinfarkt sterben lebenswichtige Herzmuskelzellen ab.
Stammzellforscher verfolgen das Ziel, wenig entwickelte "Reserve-Körperzellen" bei den Betroffenen ausfindig zu machen oder embryonale Stammzellen zu nutzen. Diese Zellen sollen in der Kulturschale so beeinflusst werden, dass sie zu ganz bestimmten Gewebe-Typen heranwachsen. Zurück im Körper des Patienten, sollen die nun "erwachsenen" Zellen die Funktion der abgestorbenen Körpergewebe mindestens teilweise ersetzen.
Wissenschaftler in der Abteilung Kardiologie und Pneumologie erklären am "Tag der Gesundheitsforschung", wie Stammzellen in der Kulturschale behandelt werden, damit sie sich vermehren und zu verschiedenen Körperzell-Typen heranreifen. Die Forscher zeigen unter dem Mikroskop Stammzellen sowie aus ihnen hervorgegangene Nervenzellen, schlagende Herzmuskelzellen, glatte Muskelzellen und Zellen, die Insulin produzieren.
Echokardiographie: Herzuntersuchung mit Ultraschall
(12:00, 13:00, 14:00 und 15:00 Uhr)
Abt. Pädiatrie III mit Schwerpunkt Pädiatrische Kardiologie und Intensivmedizin
Bei der Echokardiographie-Untersuchung werden Ultraschallwellen am Schallkopf eines Echogerätes erzeugt. Diese für das menschliche Ohr nicht hörbaren Schallwellen werden von den verschiedenen Herzstrukturen zurückgeworfen, ausgewertet und auf dem Bildschirm dargestellt.
Mit der Doppler-Echokardiographie lässt sich besonders eindrucksvoll das Blut beim Fließen beobachten. Der Arzt kann so Rückschlüsse auf Flussphänomene im Herzen ziehen (Flussrichtung und -geschwindigkeit, auch Verwirbelungen). Insbesondere ist diese Untersuchung wichtig für die Beurteilung der Herzklappenfunktion und von Herzklappenprothesen wie dem "Herzschirmchen".
Weiterhin lassen sich Löcher in der Scheidewand der Herzkammern und Herzvorhöfe (Kammerseptum-Defekt, Vorhofseptum-Defekt) erkennen und der Sitz von "Herzschirmchen" überprüfen. Seit kurzem steht der Abteilung ein Echokardiographiegerät zur räumlichen Darstellung des Herzens zur Verfügung.
Wie man einen Katheter im Herzen an die richtige Stelle bewegt ohne Röntgenstrahlen
(12:00, 13:00, 14:00 und 15:00 Uhr)
Abt. Pädiatrie III mit Schwerpunkt Pädiatrische Kardiologie und Intensivmedizin
In jüngster Zeit sind verschiedene Verfahren entwickelt worden, mit denen sich Katheter im Herzen steuern und positionieren lassen, ohne das dabei wie sonst üblich Röntgenstrahlen zur Durchleuchtung angewendet werden müssen.
An einem Modell wird anschaulich demonstriert, wie sich die Katheterlage durch elektrische Signale (LocaLisa System) oder unter Ultraschallkontrolle (Intrakardialer Ultraschall) bewegen lässt. Dadurch kann die Strahlenbelastung für die jungen Patienten erheblich verringert werden
Computertomographie: räumliche Eindrücke des Herzens und der Herzkranzgefäße aus dünnen Schichtaufnahmen
Magnetresonanz-Tomografie: Blicke ins Innere des Herzens ohne Röntgenstrahlung
(12:00, 13:00, 14:00 und 15:00 Uhr)
Abt. Diagnostische Radiologie
Computertomographie:
Mit einem Computer-Tomographen (CT) können die Herzkranzgefäße (Koronararterien) innerhalb weniger Sekunden umfassend abgebildet werden. Der Patient muss dazu kurz den Atem anhalten. Solche Untersuchungen sind heute möglich dank der neuesten Geräte-Generation, den so genannten Mehrschichtspiral-Computertomographen (MS-CT).
Vor der Untersuchung wird ein gut verträgliches, jodhaltiges Kontrastmittel in die Vene des Patienten eingeführt. Die Bildaufnahmen erfolgen mit Hilfe einer Elektro-Kardiographie (EKG)-Ableitung. Ein Computer speichert die Rohdaten. Der Radiologe analysiert die Daten später mit Hilfe eines speziellen Computerprogramms. Die räumlichen Abbildungen des Herzens können nun ausgewertet werden, und der Arzt kann den Zustand der Herzkranzgefäße, mögliche Gefäß-Verengungen und Gefäß-Verkalkungen beurteilen.
Das Ergebnis der Cardio-CT-Untersuchung erhält der Kardiologe, der den Patienten zur Computertomographie überweisen hat. Der Kardiologe beurteilt alle Untersuchungs-Ergebnisse des Patienten zusammen. Daraus leitet er das individuelle Risiko des Patienten ab und empfiehlt gegebenenfalls eine Therapie.
Magnetresonanz-Tomografie
Die Magnetresonanz- oder Kernspin-Tomographie (MRT) ist ein Schnittbildverfahren, mit dem räumliche Bilder von Organen in jeder gewünschten Orientierung erstellt werden können. Radiowellen (Hochfrequenz-Impulse) erzeugen ein starkes Magnetfeld. Für eine Bildaufnahme des Herzens (Cardio-MRT) muss der Patient kurz den Atem anhalten.
Modernste MR-Tomographen und spezielle Oberflächenspulen ermöglichen heute eine erstklassige Herz-Kreislauf-Diagnostik ohne Eingriff (nicht-invasiv). Den Ärzten im Universitätsklinikum Göttingen ist es heute möglich, die Schlagfunktion und die Kontraktionsfähigkeit des Herzens mit Hilfe eines MR-Tomographen zu beurteilen.
Mit einem gut verträglichen Kontrastmittel im Blut des Patienten kann die Cardio-MRT dabei helfen Durchblutungsstörungen nachzuweisen oder auszuschließen. Für den Nachweis von Narben im Herzmuskel, etwa in Folge eines Herzinfarkts, ist die Cardio-MRT die bildgebende Methode der ersten Wahl. Ein geringer Nachteil der Cardio-MRT ist der verhältnismäßig hohe Zeitaufwand. Eine Untersuchung dauert etwa 45 Minuten, weil sie sich aus mehreren Teilen zusammensetzt.





